Was macht eigentlich Design aus?

Versuch einer Annäherung an die Determinanten von schönem Design.

Ein gutes Design ist mehr als ein schön aussehendes Objekt. Gutes Design soll im besten Fall erstaunen, den Betrachter verwandeln und die ihm gestellten Aufgaben mühelos bewältigen. Es kann innovativ sein oder einfach nur seinen Zweck erfüllen. Bei der Bewertung, was schönes Design ist, steht heutzutage nicht mehr das designte Objekt im Mittelpunkt, sondern der Mensch, der sich zu ihm in Beziehung setzt.

Determiniert persönlicher Geschmack, was schönes Design ist?

Die Ästhetik eines Objektes ist nur eingeschränkt beurteilbar denn sie ist in der Tat geschmacksabhängig. Geschmacksbildend wirken die Sozialisierung, das Geschlecht, die Nationalität und das Milieu eines Menschen. Durch diese Punkte lassen sich Bewerter eines Objektes theoretisch in kulturelle Stereotypen einteilen. Demnach ist für einen Japaner schönes Design die Miniaturisierung von Objekten (je kleiner desto besser) und für einen US-Amerikaner die Überdimensionierung selbiger (je größer desto besser). In China dominieren Niedrigkosten die Bewertung des Designs (je billiger desto besser) und in Skandinavien die Natur sowie ein sparsamer Einsatz von Materialien und Formen (je organischer desto besser). So einfach ist es in der Praxis allerdings nicht. Die Globalisierung macht auch vor dem Geschmack der Menschen nicht Halt. Immer mehr multinationale Unternehmen entdecken Design als einen Weg, um mittels ihrer Produkte eine Corporate Identity zu etablieren und diese damit von den Produkten der Konkurrenz abzuheben. Apple, Kitchen Aid, Mini Cooper, Prada, Gucci, Louis Vuitton und viele andere haben damit weltweit Erfolg und ihre Produkte gelten als Beispiele dafür, was schönes Design ist.

Ist schönes Design, weltweit erfolgreiches Design?

Auch wenn die wichtigste Determinante für schönes Design wohl davon abhängt, wofür ein Objekt gemacht und gedacht ist, ein objektives Kriterium ist dies nicht. Die Bewertung eines Objektes durch Designer, Benutzer, Industrie und Gesellschaft variiert entsprechend der jeweiligen Interessen dieser unterschiedlichen Gruppen an dem Objekt. Das heißt, auch wenn ein Objekt auf der Gefühlsebene viele Benutzer an sich bindet, ist dies kein Beweis für das Vorhandensein von schönem Design, sondern Ausdruck eines bestimmten Lebensstils, einer Gruppenzugehörigkeit und des persönlichen Status dieser Individuen in einer bestimmten Zeit. Oder aus der Perspektive der Industrie ausgedrückt: Auch wenn es gelingt, dass ein Objekt eine Verbindung zu den Emotionen vieler Konsumenten aufnimmt und sich oft verkauft, wie zum Beispiel der Gartenzwerg, ist dieser ökonomische Erfolg kein Beweis für schönes Design.

Nach welchen Kriterien werden Designpreise verliehen?

Die Zugangsvoraussetzungen und Bewertungskriterien variieren von Designpreis zu Designpreis, von Land zu Land und sogar von Produktgruppe zu Produktgruppe. Es gibt allerdings so etwas wie Minimalanforderungen, die alle teilnehmenden Objekte dieser internationalen Wettbewerbe erfüllen müssen, um ausgezeichnet zu werden:

  • Funktionalität (das Objekt erfüllt seine Aufgabe problemlos).

  • Ergonomie (die Gebrauchsweise des Objekts ist eindeutig visualisiert und intuitiv zu verstehen).

  • Ästhetik (Form, Material, Oberfläche, Ausdruck, Stil sind von hoher künstlerischer Qualität).

  • Verarbeitung (das Objekt verfügt über eine hohe Detail- und Verarbeitungsqualität).

  • Herstellung (es wurden zeitgemäße Medien, Materialien und Technologien eingesetzt).

  • Kreativität (das Objekt ist von Konkurrenzprodukten unterscheidbar).

  • Originalität (der Designer ist in Form und Ausdruck der Zeit voraus ist).

  • Umweltaspekte (das Objekt wurde in Harmonie mit der Umwelt hergestellt, es ist nachhaltig).

Fazit

Determinanten für schönes Design sind diese Punkte sicherlich nicht. Sie können es nicht sein, denn die Idee von dem, was schön ist, entwickelt sich stetig weiter. Sie verändert sich im gleichen Tempo wie die Technik, die wir benutzen und unsere Kultur. Schönes Design hat unterschiedliche Bedeutungen für unterschiedliche Menschen. Obwohl Anstrengungen unternommen wurden, Normen aufzustellen, ist es nie gelungen, einen Standard allgemeingültiger Kriterien zu etablieren. Die Anforderungen an gestaltete Objekte, die Zusammenhänge, in denen sie zu sehen sind, die Bedingungen unter denen sie entstehen und ihr Bezug zu ihrer Umwelt sind zu komplex und unterschiedlich, um sie zu vereinheitlichen.
 


Apropos Design - Design Tipp

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